Vernissage | Sonntag, 13.04.2025, 12 Uhr
Am kommenden Sonntag findet in der „SichtBar im Glashaus“ die Vernissage der Wanderausstellung „Jüdisches Leben in Borken“ statt.
Um 12 Uhr wird die Ausstellung von Christopher Willing (Jüdische Gemeinde Felsberg), Marcel Pritsch (Bürgermeister), Ingo Sielaff (Historiker/Museumsleiter) und Michael Pillkowsky (Sichtbar e.V.) im Rahmen eines kleinen Festaktes offiziell eröffnet.
Sie wird im Superjubiläumsjahr der Großgemeinde, bis Ende des Jahres im Glashaus zu sehen sein. Anschließend soll die Ausstellung durch die verschiedenen Ortsteile „wandern“.
Zum Inhalt der Ausstellung:
Wenn man durch Städte und Gemeinden Deutschlands läuft, begegnet man häufig Messingplatten mit einem Namen und weiteren Informationen, die auf oder an Gehwegen auf Lauf-Niveau eingelassen sind. Das sind sogenannte Stolpersteine.
In Borken liegen 34 Stolpersteine – immer ein Stein für einen Menschen, der einmal in dem Haus dort gelebt hat und unfreiwillig Borken verlassen musste – alle mit jüdischen Hintergrund. Am 6. September 1942 wurden die letzten 3 Borkener Juden in das KZ Theresienstadt deportiert.
Der Sichtbar e.V. hat in Zusammenarbeit mit Jörg Domes (Autor „Jüdische Familien in Borken“) insgesamt 12 Tafeln gestaltet. Für jeden Verlegeort der Stolpersteine in Borken eine. Die Tafeln informieren über die Hintergründe und die Schicksale der deportierten und ermordeten Borkener Juden sowie über ihre Wohnorte. Grundlage dafür liefert die äußerst engagierte und beeindruckende Recherchearbeit von Jörg Domes, Richard Oppenheimer, Hans-Peter Klein und Ingo Sielaff.
Die Ausstellung soll sensibilisieren, aufmerksam machen, zum Nachdenken anregen und einen Anlass bieten, über vergangene und aktuelle Entwicklungen ins Gespräch zu kommen.
Über die „Stolpersteine“:
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten, kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Tafeln aus Messing mit abgerundeten Ecken und Kanten werden manuell mittels Hammers und Schlagbuchstaben beschriftet. Darunter befindet sich ein angegossener Betonwürfel mit einer Kantenlänge von je 10 cm. Die Stolpersteine werden oft vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer ebenerdig in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Der erste Stolperstein wurde am 16. Dezember 1992 vor dem historischen Rathaus in Köln in Gedenken an die deportierten Sinti und Roma verlegt. Am 26. Mai 2023 verlegte Demnig in Nürnberg den 100.000. Stolperstein.
Stolpersteine wurden in Deutschland wie auch in 30 weiteren europäischen Ländern verlegt. Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.
Das Foto zeigt Stolperstein-Erfinder Gunter Demnig bei der Stolpersteinverlegung der Familie Speier am 10.07.2014 in der heutigen Kirchstraße in Borken(Hessen)

Wo? | Glashaus Borken (Hessen) |
Wann? | 13. April 2025 | Einlass 10:00 Uhr | Beginn 12:00 Uhr |
Eintritt | frei | um eine Spende wird gebeten |
Mehr zum Künstler | [Link zum Künstler] |